Vital-Magazin

Ginseng - Die Wurzel des Lebens

Ginseng ist eine seit mehr als 4.000 Jahren bekannte Heilpflanze. Ginseng wird auch als „Königin der Heilpflanzen“ oder „Wunderwurzel“ bezeichnet und gehört zur Pflanzenfamilie der Araliengewächse, wie z.B. Efeu. Bedeutend für die medizinische Heilwirkung ist die Ginsengwurzel.

GinsengIntensive Forschung hat in den letzten 30 Jahren viele Informationen bezüglich seiner Wirkung und seiner Inhaltsstoffe geliefert. Dabei ist Ginseng aber nicht gleich Ginseng. Es gibt verschiedene Ginseng-Arten. Der koreanische Ginseng, oder Panax Ginseng, wird als „echter“ Ginseng bezeichnet, weil er medizinisch gesehen unter allen Ginseng-Arten mit Abstand der wertvollste ist. Amerikanischer oder sibirischer Ginseng hat eine untergeordnete Bedeutung. In Deutschland sind nur Präparate aus dem echten, koreanischen Ginseng als Arzneimittel zugelassen.

Panax ginseng C.A. Meyer

  Die offizielle Bezeichnung Panax ginseng C.A. Meyer erhielt der koreanische Ginseng 1842 von dem deutsch-russischen Botaniker Carl Anton Meyer. Die Wurzel ist von menschenähnlicher Gestalt und hat dem Ginseng seinen Namen gegeben: „Ginseng“ ist aus dem chinesischen „jen shen“ abgeleitet, was übersetzt „Menschenwurzel“ bedeutet. Die Bezeichnung „Panax“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet allheilend.

Ginsenoside – Die Inhaltsstoffe des Ginsengs

  Ginseng enthält eine Vielzahl einzigartiger Inhaltsstoffe, die in keiner anderen Pflanze zu finden sind. Die wichtigste Substanzklasse mit medizinischen Eigenschaften sind die so genannten Ginsenoside. Es sind etwa 30 verschiedene Ginsenoside bekannt, die in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Die Ginsenoside befinden sich ungleichmäßig verteilt in der Ginsengwurzel, die aus Haupt-, Neben- und Haarwurzel besteht. Nur die ganze Wurzel enthält alle wichtigen Inhaltsstoffe, die für die umfassenden Wirkungen von Bedeutung sind. Ein wirkstoffreicher Ginseng benötigt ein Wachstum von 5 bis 6 Jahren. Erst dann haben die Wurzeln ein Höchstmaß an Wirkstoffen sowie ein optimales Verhältnis der Wirkstoffe ausgebildet.

Die wichtigsten Ginsenoside sind die Ginsenoside Rg1 und Rb1. Diese wirken sehr unterschiedlich, wodurch sich auch das Wechselspiel der verschiedenen Wirkungen erklären lässt. Das Ginsenosid Rg1 wirkt stimulierend und erhöht den Blutdruck, wobei das Ginsenosid Rb1 beruhigend und blutdrucksenkend wirkt. Gemäß der traditionellen chinesischen Medizin macht das Zusammenspiel dieser beiden unterschiedlichen Ginsenoside die harmonische Balance zwischen Yin (Passivität, Dunkelheit, Langsamkeit) und Yang (Aktivität, Licht, Schnelligkeit) aus. Rb1 besitzt die Fähigkeit, den Körper in Zeiten von Stress und starken Gemütsbewegungen zu beruhigen. Rg1 hingegen steigert die Leistungsfähigkeit, beschleunigt unsere Reaktion und hat eine positive Wirkung bei körperlicher Erschöpfung und Krankheit.

Die Gesamtwirkung des Ginsengs kann jedoch nicht allein auf die Ginsenoside zurückgeführt werden. Gemäß neueren Untersuchungen sind weitere Stoffe an der Wirkung beteiligt. Die Ginsengwurzel enthält beispielsweise auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die sich ebenfalls positiv auf den menschlichen Körper auswirken.

So wirkt Ginseng

Ginseng wird angewendet als Stärkungs- und Kräftigungsmittel bei Müdigkeits- und Schwächegefühlen sowie bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Die Wirkung der Ginsengwurzel richtet sich nicht speziell gegen bestimmte Krankheiten, sondern ist eher unspezifisch. Ginseng hat eine adaptogene Wirkung: Der Körper wird in die Lage versetzt, sich besser gegen negative Einflüsse zu schützen und wird normalisiert bzw. adaptiert. Ginseng hat sowohl anregende, aufbauende als auch beruhigende Eigenschaften. Eine Erklärung liefern die im Ginseng enthaltenen Wirkstoffe, die sich als Gegenspieler harmonisch ergänzen.


Roter oder Weißer Ginseng?

Roter Ginseng unterscheidet sich vom weißen Ginseng lediglich durch seine Weiterverarbeitung nach der Ernte. Weißer Ginseng ist ganz natürlich in der Sonne getrocknet. Die Wurzeln des roten Ginsengs dagegen werden für 2 bis 3 Stunden mit heißem Wasserdampf behandelt, wodurch sich die Rinde rötlich färbt.

Diese Behandlung tötet möglicherweise auf der Wurzel vorhandene Keime ab, kann jedoch gleichzeitig einige wärmeempfindliche Wirkstoffe zerstören. Die Ginsenoside, die zum Großteil in den äußeren Lagen der Rinde zu finden sind, werden ebenfalls durch die Hitze beeinträchtigt und neigen dazu, zerstört zu werden. Roter Ginseng konnte sich bei wissenschaftlichen Untersuchungen gegenüber dem weißen Ginseng nicht behaupten. Das Deutsche sowie Europäische Arzneibuch bezieht sich nur auf den weißen Ginseng.