Lexikon
Im GranoVital-Lexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.
Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den GranoVital Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.



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Vegetarismus


Der Begriff ist von dem lateinischen "vegetus" = rüstig, munter abgeleitet und steht für eine Ernährung, die den Genuss sämtlicher Lebensmittel von toten Tieren ablehnt. Der Vegetarismus ist sehr alt. Zahlreiche Religionen und Kulturen haben seit dem Altertum auf Fleisch und Fisch verzichtet. Der Vegetarismus wird heute zunehmend aus weltanschaulichen, ökologischen, ethischen, sozialen und/oder gesundheitlichen Motiven praktiziert.

Begriffe:

Die Internationale Vegetarische Union bezeichnet einen Menschen als Vegetarier, der auf Lebensmittel verzichtet, die vom toten Tier abstammen, einschließlich Fisch, Schalentiere und tierische Fette, wie z. B. Schmalz, Tran und Speck. Nach dieser Definition leben heute im Bundesgebiet ca. 100.000 und weltweit ca. 500 Millionen Vegetarier. Je nach Auswahl der erlaubten Lebensmittel, gibt es innerhalb der Vegetarier verschiedene Gruppierungen. Dies sind:

  1. Veganer oder Vegans leben nach streng vegetarischer Kostform, die auch die Produkte lebender Tiere (Eier, Milch, Milchprodukte, Honig) ablehnt. Gebrauchsartikel tierischer Herkunft (Leder, Horn u. a.) werden ebenfalls gemieden.
  2. Lakto-Vegetarier oder Laktarier praktizieren eine vegetarische Kostform, die neben Fleisch und Fisch auch Eier ablehnt. Milch und -produkte sind erlaubt.
  3. Ovo-Lakto-Vegetarier oder Laktovarier ernähren sich genau nach der oben genannten Definition. Eier, Milch und -produkte werden verzehrt. Dies ist die häufigste vegetarische Ernährungsweise.
  4. Teil- oder Halbvegetarier sind streng genommen keine Vegetarier, da sie lediglich größere Mengen tierischer Lebensmittel ablehnen.
Die meisten Vegetarier ernähren sich nach den Prinzipien einer der so genannten "alternativen Ernährungsformen", bei denen überwiegend naturbelassene, vollwertige, vegetabile (=pflanzliche) Lebensmittel verzehrt werden.

Im Gegensatz dazu versteht man unter "Pudding-Vegetariern" Menschen, deren Nahrung zwar fleisch- und fischlos ist, die ansonsten aber das für die heutige Zivilisationskost typische Ernährungsverhalten (Verzehr von weitgehend verarbeiteten Fertigprodukten wie Zucker, Weißmehl u. a.) beibehalten.

Gründe und Ziele des Vegetarismus:

  1. Weltanschauung, Religion, Ethik
    • Beachtung des Gebotes "Du darfst nicht töten"
    • Ehrfurcht vor dem Leben - auch der Tiere
    • Reinheit von Körper und Geist
    • Beachtung der feinstofflichen Kräfte und Energien der Lebensmittel
    • Ablehnung der Massentierhaltung
  2. Ökologie
    • Vermeiden von "Veredelungsverlusten" (auf einer gegebenen Anbaufläche kann mehr pflanzliche als tierische Nahrung erzeugt werden; der Energieaufwand ist beim Ackerbau wesentlich geringer als bei der Tierzucht)
    • Sicherung der Ernährung der Weltbevölkerung
    • Schonung natürlicher Ressourcen
  3. Gesundheit
    • Vorbeugung und Behandlung ernährungsabhängiger Krankheiten
    • Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
    • Reinigung des Körpers
    • Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte
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Literatur
  • Vegetarier-Bund Deutschlands e.V.: Der Vegetarier - Zeitschrift für ethische Lebensgestaltung, Vegetarismus und Lebensreform (Hannover).
  • AID-Verbraucherdienst: Broschüre "Wege bewusster Ernährung"; AID Postfach 20 01 53, 53179 Bonn.
  • Buchner, G.: 11 Wege zur Gesundheit; Helfer-Verlag E.Schwabe.
  • Goetz, R.: Andere Ernährung; pala-Verlag.

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