Lexikon
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Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den GranoVital Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.



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Guarkernmehl


Guarkernmehl wird aus den Samen der Pflanze Cyamopsis tetragonoloba gewonnen. Diese unseren Hülsenfrüchten ähnliche Pflanze ("Büschelbohne") stammt vermutlich aus Zentralafrika und wurde in Indien und Pakistan kultiviert. Das einjährige Kraut bringt zahlreiche Trauben rosafarbener Blüten hervor. Nach der Reife weist das Kraut 5-11 cm lange Hülsen auf, die 5-12 erbsengroße Samen enthalten.
Die Hülsen werden entfernt und die Samen vom Keim befreit, das verbleibende Sameninnere (Endosperm) wird vermahlen. Das Guarkernmehl enthält 4 - 5% Protein sowie das Guaran. Guaran ist ein Galaktomannan, eine Polysaccharidverbindung, die aus Galactose und Mannose im Verhältnis 1:2 besteht. Dieses Polysaccharid ist stark quellfähig und weist eine hohe Viskosität auf. Die Wasserbindungsfähigkeit von Guar ist mit 36 ml/g dreimal so hoch wie die von Pektin (12,3 ml/g) und zehnmal so hoch wie die von Weizenkleie (3,5 ml/g). Daneben hat Guarkernmehl stark adsorptive Eigenschaften.

Guarkernmehl wird wie das Johannisbrotkernmehl als Dickungsmittel in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Es wird bevorzugt in Soßen, Suppen, Speiseeis, Milchprodukten, Füllungen, Puddingprodukten und in Tiefkühlerzeugnissen verwendet. Daneben wird Guarkernmehl auch für technische Zwecke als Appreturmittel, als Klebstoff in der Papierindustrie oder für kosmetische Erzeugnisse eingesetzt.

In den letzten Jahren hat Guarkernmehl verstärkt in die Diätetik und Pharmazie Eingang gefunden. So verwendet man es als Füllstoff und Sättigungsmittel in der kalorienreduzierten Ernährung oder als Resorptionsverzögerer, z.B. in der Diabetes-Diät. Im Rahmen der Diabetes-Forschung wurde festgestellt, dass Guar die Glucoseresorption verzögert und damit auch die nachfolgenden hormonellen Reaktionen wie die Insulinausschüttung verändert. Damit ist durch die Verwendung von Guar eine bessere Einstellung insbesondere von Typ-II-Diabetikern möglich.

Auch der Cholesterinspiegel insbesondere die LDL-Werte können durch Guar positiv beeinflusst werden. Guar bindet wie Pektin Gallensäuren und evtl. auch Nahrungscholesterin.

 



Literatur
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde; Thieme-Verlag, Stuttgart
  • Dr. Oetker Lexikon Lebensmittel und Ernährung; Ceres-Verlag, Bielefeld
  • Huth, K.: Pflanzenfasern - Neue Wege in der Stoffwechseltherapie; Karger-Verlag, München

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