Lexikon
Im GranoVital-Lexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.
Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den GranoVital Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.



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Gelatine


Gelatine ist ein reines Protein (Eiweiß), gewonnen aus kollagenen Substanzen tierischen Ursprungs wie Bindegewebe, Knochen und Häuten (Schlachtnebenprodukte).

Verwendung von Gelatine:

In der Lebensmittelindustrie spielt Gelatine eine große Rolle als geruchs- und geschmacksneutrales Gelier- und Dickungsmittel in Puddings, Pasteten, Aspikzubereitungen, Kaumassen, Süßigkeiten und diätetischen Lebensmitteln. Gelatine (Hart- und Weichgelatine) wird außerdem verwendet bei der Kapselherstellung.

Gelatine und BSE-Risiko:

Bei der Herstellung von Gelatine für Kapseln, Trinkgelatine und als Rohstoff für Lebensmittel (z.B. Gummibärchen) werden die Rohstoffe über 6 Monate mit Laugen, Säuren und Kalkmilch behandelt. Danach erfolgen umfangreiche Reinigungsschritte, die der evtl. vorhandene Erreger nach heutigem Wissensstand nicht überleben kann.
Darüber hinaus werden nur Rinderrohstoffe aus den Ländern Deutschland, Österreich und Schweden verwendet, in denen BSE nicht oder nur sehr selten festgestellt wurden.

Bedeutung für die menschliche Ernährung:

Der Wert der Gelatine wird unterschiedlich beurteilt. Sie ist ein Eiweiß mit sehr niedriger biologischer Wertigkeit. Die essentielle Aminosäure Tryptophan fehlt, schwefelhaltige Aminosäuren wie Cystein und Methionin sind nur in geringer Konzentration enthalten. Herauszustellen ist der hohe Lysin- und Arginingehalt (Aminosäuren). Dadurch können andere Eiweißträger, wie z.B. Getreide oder Fleisch, in ihrer Wertigkeit aufgewertet werden (Ergänzungswirkung). Gelatine wird bei bestimmten Ernährungsformen und Indikationen empfohlen:

Sporternährung:
Den Aminosäuren Lysin und Arginin wird besonders in der Ernährung von Leistungssportlern eine besondere Bedeutung zugemessen. Das Muskelgewebe ist charakterisiert durch einen hohen Lysinanteil. Daher werden in der Sporternährung Proteine mit einem hohen Lysingehalt empfohlen. Arginin wird gebraucht beim Aufbau von Kreatin, das in Form des Kreatinphosphates eine wesentliche Rolle bei der Energiegewinnung der Muskelzelle spielt. Aus diesen Gründen wird vielen Proteingemischen für Sportler kollagenes Eiweiß zugegeben.
Ein wünschenswerter Nebeneffekt ist die damit verbundene Verminderung des Anteils an schwefelhaltigen Aminosäuren (Methionin und Cystein), deren Abbau zu einer erhöhten Belastung des Säure-Basen-Haushaltes führt.

Aufbau von Haut, Haaren und Fingernägeln:
Infolge regelmäßiger Gelatineeinnahme (7 - 14 g/Tag) kam es in verschiedenen Studien zu folgenden Ergebnissen:

Einsatz bei arthrotisch bedingten Gelenkschmerzen:
Viele Patienten berichten von einer Linderung ihrer Gelenkschmerzen, einer verbesserten Beweglichkeit und einem gesteigerten Wohlbefinden. Beweise für die Wirksamkeit von Gelatine bei Gelenkschmerzen gibt es nicht!
Theorie: Gelatine soll den Wiederaufbau körpereigenen Kollagens fördern, da die Aminosäurezusammensetzung der Gelatine weitgehend der von Knorpel- und Gelenkkollagen entspricht.



Literatur
  • Dräger, P.: Aktuelle Informationen zum Thema Rinderwahnsinn (BSE), neuform-Labor.
  • Pfaff, G.: Ernährungsphysiologische Bedeutung und Wirkung von Gelatine - eine Standortbestimmung; Apotheker Journal 10/89.

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